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Unterbewusstsein vs. Bewusstsein


Hast Du Dir mal Gedanken gemacht, ob unser Unterbewusstsein oder unser Bewusstsein mehr Einfluss auf unsere Handlungen haben?


In unserem Unterbewusstsein werden alle unsere Erlebnisse, egal ob positiv oder negativ gespeichert. Unser Unterbewusstsein ist sozusagen eine riesen Datenbank und weiss genau, bei dieser Situation wird so reagiert und bei einer anderen so.


Unser Unterbewusstsein kann bis zu 80’000 Informationen pro Sekunde aufnehmen, verarbeiten und speichern und ist somit 10’000 mal schneller – vielleicht auch klüger – als unser bewusster Verstand, auf den wir uns so konzentrieren.


Das Unterbewusstsein steuert zu ca. 99% nicht nur die Funktionen unseres Organismus, sondern auch die Ausführung unserer Handlungen. Unser Unterbewusstsein funktioniert gewohnheitsmässig, es reagiert auf die gleichen Handlungen immer mit dem gleichen Verhaltensmuster. Unser Unterbewusstsein reagiert bei einer ähnlichen oder gleichen Situation immer gleich. Egal wie sehr wir dies auch anders machen wollen, es reagiert immer auf dieselbe Weise.


Viele unserer Verhaltensmuster entstehen in unserer Prägungsphase bis zu unserem 6. Lebensjahr. Diese Prägung können wir zwar in gewissen Sachen ändern, aber nicht grundlegend. Das Kindheits-Ich prägt uns somit das ganze Leben.


Im laufe unseres Lebens entsteht unser kritischer Faktor. Dieser Faktor ist dazu da, um zwischen dem Bewusstsein und Unterbewusstsein als Wächter zu agieren. Dieser prüft bei jeder neuen Sinneswahrnehmung, ob da bereits ein passendes Programm abgespeichert ist. Wenn ja, wird dies einfach automatisch übernommen. Wenn nein, überprüft der kritische Faktor, ob die Information ignoriert werden kann oder ob diese neu abgespeichert werden muss.


Im Schnitt haben wir 60’000-80'000 Gedanken pro Tag. Wir verarbeiten ca. 11 Mio. Bits pro Sekunde, davon sind 99.9% unbewusst, was bedeutet, dass nur lediglich 0.1% davon bewusst sind. Wäre das nicht so, wären wir den ganzen Tag mit Denken beschäftigt und könnten uns auf keiner Weise auf die wesentlichen Arbeiten konzentrieren.


Einer Studie des American Science Institut zufolge, sind von den durchschnittlichen 65'000 Gedanken pro Tag, ungefähr 80% genau dieselben Gedanken, die wir auch am Vortag hatten.


Also ist es eigentlich eine Illusion unserer Wahrnehmung, dass wir glauben, uns jeweils, individuell, neu und unvoreingenommen aufgrund der Situation zu entscheiden. Das ist jedoch nicht so, denn wir greifen immer wieder auf unsere Festplatte zurück.


Weil jetzt Entscheidungen viel Zeit, aber auch Energie kosten, versuchen wir unbewusst Denkprozesse zu vereinfachen. So entstehen Muster, die ohne rationales Nachdenken auskommen. Dabei täuscht uns unser Gehirn. Dieses Phänomen nennt man kognitive Verzerrung. Das kann durchaus dazu führen, dass wir falsche Schlüsse ziehen und uns so systematisch selber täuschen.


Unser Denker ist zwar da und anwesend, aber durch das unser Unterbewusstsein so viel «Macht» besitzt, kommt er nicht so häufig zum Zuge.


Stellen wir uns mal ein Szenarium vor.


Meist instinktiv, dass Du die Bettdecke zurückschlagen musst, dass Du dann die Beine über den Bettrand hängen lassen musst, um aufstehen zu können. Dann machst Du routinemässig, was Du jeden Morgen machst. Kaffee oder Tee trinken, auf die Toilette gehen, eine Kleinigkeit essen. Vielleicht denkst Du einen kurzen Augenblick nach was Du essen willst oder aus lauter Routine greifst Du dennoch zu Deinem Lieblingsjoghurt oder Müsli.


Dann stehst Du irgendwann vor dem Kleiderschrank. Kennst Du das auch. Du hast so viele Kleider, aber irgendwie ziehst Du immer und immer wieder die gleichen Sachen an, weil diese so bequem sind. Manchmal steht man vor dem Schrank und sucht sich dennoch eine andere Kleidung aus. Passt jetzt das grüne Shirt zu meinen Hosen und was für ein Pulli oder Jäckchen ziehe ich darauf an. Dann wieder die morgendliche Routine und Du fährst zur Arbeit und auch da, wird sich Dein Ritual eingeschlichen haben. Willst Du mir weiss machen, dass Du jeden Tag zu einem anderen Zeitpunkt Kaffee holst oder ein Znüni nimmst? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Dich dazu. Den in der Regel, ist auch mein Ablauf, ausser natürlich Ausnahmesituationen- geregelt.


Tja und jetzt fragt man sich wirklich, Denke ich wirklich so viel, wie ich immer glaube oder hat doch mein Unterbewusstsein das sagen?

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